Schlachtung tragender Rinder vermeiden

Ein Leitprojekt der Offensive Nachhaltigkeit

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Bauern setzen auf enge Kontrolle

Immer wieder kommt es an Schlachthöfen zur Schlachtung hochtragender Rinder. Diese Tiere dürfen europaweit seit dem 1. September nicht mehr transportiert oder geschlachtet werden. Dennoch kann es passieren, dass eine Trächtigkeit vom Landwirt nicht erkannt wird.

Die Bauern in Westfalen-Lippe haben dieses Tierschutzproblem erkannt. Im Rahmen der Offensive Nachhaltigkeit wollen sie dieses Problem entschlossen anzugehen. Alle Rinderhalter sind aufgerufen, jede betriebliche Möglichkeit zu nutzen, um eine Schlachtung hochtragender Rinder zu vermeiden. 

 

Maßnahmen zur Vermeidung der Schlachtung tragender Rinder

Für Landwirte gibt es eine Reihe von Methoden, die sicherstellen, dass keine tragenden Rinder geschlachtet werden. Beim Vorliegen einer Trächtigkeit ist grundsätzlich die Kalbung abzuwarten und ggf. ist das Muttertier bis zur Abkalbung entsprechend seines Gesundheitszustandes zu betreuen.

Vor einer Abgabe zur Schlachtung sind insbesondere folgende Tiere auf eine mögliche Trächtigkeit zu untersuchen, und das Ergebnis ist zu dokumentieren: 

  • Alle weiblichen Tiere, die geschlechtsreif mit einem Bullen zusammen gehalten wurden
  • Alle weiblichen Tiere mit einem nicht eindeutigen Datum einer Besamung / Belegung
  • Alle positiv auf Trächtigkeit untersuchten Tiere, bei denen danach Anzeichen einer Brunst festgestellt wurden. 

 

Methoden zur Feststellung der Trächtigkeit

 Grundsätzlich sollte 6 bis 12 Wochen nach dem Belegen oder dem Decken eines Rindes eine Trächtigkeitsuntersuchung (TU) für Gewissheit über den Trächtigkeitsstatus sorgen. Die Trächtigkeitsuntersuchung ist ein entscheidender Baustein im Herdenmanagement. Rinderhaltern stehen mehrere Methoden zur Verfügung, um die Trächtigkeit eines Rindes zu überprüfen. Dazu zählen insbesondere
 

  • die transrektale Untersuchung durch den Besamungstechniker oder Tierarzt.
  • die Ultraschall-Untersuchung.
  • Bestimmung eines Trächtigkeit anzeigenden Stoffwechselproduktes

Antonius Tillmann erklärt,

warum bei ihm alle Kühe vor dem Schlachten auf Trächtigkeit untersucht werden.

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Schlachtung von tragenden Rindern vermeiden

Projekt-Steckbrief

Schlachtung tragender Rinder vermeiden
Handlungsfeld: Schweine und Geflügel

  • Ziel: Methoden etablieren, mit denen eine Trächtigkeit sicher festgestellt werden kann
  • Durchführung: Untersuchung durch Besamungstechniker oder Tierarzt

„Wir achten in unserem Betrieb darauf, dass keine trächtige Kuh geschlachtet wird. Dafür kontrollieren wir bzw. die Hoftierärztin unsere Tiere monatlich auf eine Trächtigkeit. Eine Kontrolle auf Trächtigkeit vor der Schlachtung sollte in jedem Milchviehbetrieb zum Standard gehören.

Antonius Tillmann

Milchbauer

Schlachtung tragender Rinder vermeiden

Dieses Projekt ist Teil der Offensive Nachhaltigkeit des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes.

WLV - Westfälisch-Lippischer
Landwirtschaftsverband e. V.

Schorlemerstraße 15
48143 Münster
Tel.: 0251/4175-01
Fax: 0251/4175–136
E-Mail: info@wlv.de